Foto: Ines Janas

HISTORIE

Die Unterführung Marktstätte wurde 1982 als Verbindung an den See geschaffen, da die Eisenbahn und die Straße eine störende Barriere darstellten. Seit Jahren besteht der Wunsch, diese sehr zweckmäßige und vielgenutzte Unterführung in ihrem Erscheinungsbild aufzuwerten.

Mit den neuen Treppenanlagen und Sitzstufen ist der erste Bauabschnitt, die sogenannten Tiefbauarbeiten, in 2020 abgeschlossen worden. Der nun anstehende 2. Bauabschnitt, die Sanierung der Wände der Unterführung und deren Beleuchtung soll direkt anschließend in 2021 fortgesetzt werden.

Zeitgenössische Graffiti- & Street-Art
trifft auf die historische Marktstätte

ZEITGENÖSSISCHE KUNST TRIFFT AUF
ARCHITEKTUR TRIFFT AUF GESCHICHTE

Die Unterführung, die die Marktstätte in Konstanz mit dem Hafen und dem Bahnhof verbindet, ist von städtebaulich herausragender Bedeutung, da sie ein zentrales Verbindungsglied und den Hauptzugang zur historischen Innenstadt darstellt. Sie soll ab Herbst 2021 - zunächst bis 2022 - mit Urban-Art bespielt werden und so baden-württembergische und internationale KünstlerInnen von Graffiti & Street Art zusammenbringen. So soll der historische Ort neu erfunden und neu erlebbar gemacht werden. 

Die Kunst im öffentlichen Raum erreicht an dieser Stelle jährlich ca. eine Million Menschen.
Es ist geplant die Urban-Art Gallery ab 2023 dann jährlich fortzusetzen.

Raum für Begegnung,
Dialoge & Kunst schaffen

DAS AUSTELLUNGSKONZEPT


INSPIRIEREND & AKTIVIEREND
Die von den Künstlern und Planern „Urban-Art Galerie Konstanz“ genannte neue Galerie im öffentlichen Raum soll für alle zur Verfügung stehen. Es soll ein urbaner, lebendiger und freier Ort der Kunst entstehen, der durch seine leichte Zugänglichkeit für alle besticht. Damit geht das Konzept weit über eine reine Wandgestaltung hinaus und bietet einen Ort für Kunst, für Begegnung und für Menschen aller Altersklassen.


LEBENDIG & VIELFÄLTIG
Mit der URBAN ART-Galerie soll die Unterführung zwischen Marktstätte und Bahnhof/Hafen zu einem attraktiven Hotspot im Stadtbild entwickeln. Die klare Architektur der Unterführung soll mit Holzrahmen ausgestattet werden, die als Arbeits- und Ausstellungsfläche für Malerei und Konzeptkunst von Urban-Art - KünstlerInnen dienen. 


JÄHRLICH & AKTUELL
Zur spannenden Dynamik gehört ein gewisser Wechsel, eine Fluktuation, die neue Entwicklungen berücksichtigt und Interesse sowie Akzeptanz immer wieder neu entstehen lässt. Das Zeitfenster einer Ausstellung sollte deshalb begrenzt sein und idealerweise mindestens ein Event pro Jahr ermöglichen. Geplant ist daher eine jährliche – zumindest teilweise - Neubespielung der Rahmen. Auf diese Weise soll der Ort lebendig bleiben und immer wieder etwas Neues zeigen. Während der Entstehung der Kunstwerke können die Besucher und Besucherinnen auch jeweils live dabei sein.

Über Bilder entstehen Dialoge &
diese ändern das Denken & Handeln

DIE AUSSTELLUNGSFLÄCHEN

Insgesamt sind 12 festinstallierten Holzrahmen vorgesehen, die durch verschiedene Bilder eine besondere Art von Kunst aufzeigen sollen. Die Kunstform Urban Art nutzt die Straße, den öffentlichen Raum als Kommunikationsform. Sie will die Kunst ganz gezielt nach außen bringen in einen für jeden zugänglichen Raum. Und mit einer zeitgemäßen Bildsprache werden Themen künstlerisch gestaltet und vermittelt. Es soll ein variantenreiches Spektrum regionaler & internationaler Urban-Art KünstlerInnen nach Konstanz geholt werden. 

Grundriss-Übersicht Unterführung

BELEUCHTUNGSKONZEPT

Die Urban Art Gallery in Konstanz dient als Verkehrsweg und gleichzeitig als Ausstellungsraum. Neben den offenen Räumen mit Treppen präsentiert diese eigenartige Passage Sammlungen von Graffiti-Kunstwerken und Skulpturen auf ihrem Weg. Um eine gute Wiedergabe der Kunstwerke zu erreichen und eine erforderliche Fußgängerbeleuchtung zu erfüllen, wird hier eine Kombination von Beleuchtungstechniken angewendet.

Nur gleichmäßig beleuchtete Gemälde mit guter Farbwiedergabe und einer blendfreien Präsentation bringen den Raum positiv zum Ausdruck. Die Herausforderung besteht darin, das Kunstwerk und die Zirkulation ohne Blendung zu beleuchten. Dies könnte erreicht werden, indem sie von oben nach unten mit einer flachen Lichtverteilung z.B. von einem linear Wallgrazer beleuchtet werden.

Andrew Holmes Light Design


Das indirekte Licht, das von Kunstwerken reflektiert wird, sorgt dagegen für eine gleichmäßige und ausreichende Beleuchtung der Zirkulation in beiden 8 m breiten Passagen. Für einen solchen Standard ist im 15 m breiten Tunnel ein zusätzliches System wie Wandstrahler mit breitem Strahl erforderlich. Die Wandleuchten können aus vorhandenen Wandkanälen versorgt werden.

Für den Bereich unter der Brücke wird ein spezielles Rahmendetail vorgeschlagen, damit das reflektierte Licht die Decke zusätzlich betonen kann.

Das Sicherheits- und Wohlfühllicht für die Fußgänger im Freien kann durch eine leicht diffuse Mastbeleuchtung für gute Gesichtserkennung erzeugt werden. Für diesen sozialen Raum werden hier eine hohe Farbwiedergabe und blendfreies Licht empfohlen. Die Cut-off Lichtverteilung sorgt für den dunklen Himmel.

Bemerkung

Das indirekte Licht der vertikalen Beleuchtung sorgt für eine ausreichende funktionale Beleuchtungs-stärke vor der Gemäldeausstellung. Wenn man diese jedoch als Ganzes wahrnimmt, fällt die Beleuchtungsstärke im Vergleich zu den anderen beiden Passagen in der Mitte ab. Darüber hinaus verleiht sie eine ausreichend funktionale Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit.

Andrew Holmes Light Design

Bemerkung

Hier sind stärkere Wallgrazer geplant. Diese bieten eine höhere mittlere- und minimale Beleuchtungsstärke. Die geforderte Gleichmässigkeit wird allerdings dadurch nicht verbessert.

Andrew Holmes Light Design

UMGANG MIT DER VEGETATION

Die mit dem Bau der Unterführung entstandene Pflanzung bedarf ebenso einer Verjüngung. Gut funktionierende Bereiche sollen gesichert und ergänzt werden, schwierige Standorte neu organisiert und aufgebaut werden. Ein repräsentatives, atmosphärisches, dem Ort angemessenes Pflanzenbild soll entstehen. Strukturreich, biodivers aber auch robust und klimaangepasst – und so auch ein Statement zu den Anforderungen unserer Zeit.

Rusl
UAG - Begrünungskonzept

Bestand + Potenzial

Repräsentativer Bereich, Entré
Artenauswahl nicht entsprechend ursprünglichem Konzept
Gute Erreichbarkeit zur Pflege

UAG - Begrünungskonzept

Bestand + Potenzial

Eher Strassenbegleitgrün
Desolater Zustand
Komplette Neuanlage nötig

UAG - Begrünungskonzept

Bestand + Potenzial

Pflanzung vital, großzügig
Artenauswahl entsprechend ursprünglichem Konzept, Jasmin
Bedingte Erreichbarkeit

UAG - Begrünungskonzept

Bestand + Potenzial

Pflanzung oberhalb vital
Artenauswahl teilw. nicht entsprechend ursprünglichem Konzept
Abgrenzung Gastronomie Terrasse
Bedingte Erreichbarkeit

UAG - Begrünungskonzept

Bestand + Potenzial

Sehr präsent, hohe Wahrnehmung
Pflanzung wenig vital
Höherer Pflegeaufwand (Vermüllung)
Gute Erreichbarkeit

UAG - Begrünungskonzept

Bestand + Potenzial

Repräsentativer Bereich, Entré
Wahrnehmung vom Sitzbereich
Pflanzung vital
Artenauswahl entsprechend ursprünglichem Konzept
Höherer Pflegeaufwand (Vermüllung)
Gute Erreichbarkeit

KLIMANEUTRALE GALERIE

Die Idee einer klimaneutralen Galerie geht über partiellen Umweltschutz hinaus: Alle mit den Events zusammenhängenden Aktionen als auch alle anderen Emissionen, die durch Beleuchtung, Produktion und Druck von Kunstwerken etc. entstehen, werden durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert. Geeignet ist dafür zum Beispiel die finanzielle Unterstützung von regionalen Projekten oder in Entwicklungsländern. Denkbar ist aber auch der Kauf von Treibhausgas-Emissionszertifikaten.

Inzwischen gibt es verschiedene Internetportale, die transportbedingte Treibhausgas-Emissionen berechnen; wer möchte, kann da zusätzlich aus verschiedenen Ausgleichsprojekten auswählen.

DAS PLANER-TEAM

Eberhard Schlag

Prof. Eberhard Schlag

Architekt & Szenograph
HTWG Konstanz

Emin Hasirci

Emin Hasirci

Kommunikationsdesigner & Urban-Art Experte

Hendrik Porst

Hendrik Porst

Dipl.Ing. Landschaftsarchitekt

Roman Kreuzer

Roman Kreuzer

Masterstudent Architektur
HTWG Konstanz